Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Impuls

 

 Die Könige der Welt, sie nehmen ihre Kronen ab vor dem wahren König der Welt. Nicht militärische Macht oder finanzielle Kraft zwingen sie dazu, sondern sie erkennen die Macht der Liebe. Sie beugen sich vor einer Macht, die den Tod nicht scheut, um das Leben für alle zu gewinnen. Vor solcher Liebe kann nur Demut bestehen.


Ausgelegt!
Bibelwort: Lukas 23,35-43 (zum Evangelium vom Christkönigssonntag)

In diesen Worten begegnen wir einem König, der ganz unten ist. Tiefer kann man nicht sinken als Jesus, der Sohn Gottes. Er ist verurteilt der Gotteslästerung; er wird verhöhnt, verspottet und gefoltert. Als eine Art allerletzte Krönung hört er dann noch den Sterbenden neben ihm, der ihn verhöhnt: Rette dich selbst und auch uns! Da schwingt nur Hohn mit, der nicht glaubt, was der Mund sagt. Du bist nichts, sagt der Verbrecher eigentlich, du bist nichts – wie auch wir. Das ist der Tiefpunkt.

Dem augenblicklich der Höhepunkt folgt. Auf der anderen Seite von Jesus hat einer erkannt, worum es hier wirklich geht: um die Überwindung der Welt durch Liebe. Der Sohn Gottes widersteht seiner Macht und seinen Möglichkeiten, um die Liebe nicht zu verraten. Sie soll nicht sterben – und sie wird in dem Moment offensichtlich, wo der Verbrecher sagt: Denk an mich, wenn du in dein Reich kommst. Der König der Welt ist mehr als der König der Erde. Er hat noch sein eigenes Reich. Das spricht Jesus aus: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein. Der König krönt einen Verbrecher. Aus Liebe, um der Liebe willen – und weil der Mann neben Jesus etwas verstanden hat, was nur die verstehen, die sich voller Vertrauen Gott in die Arme werfen oder zu Füßen. Bitte, Gott, sagen sie dann, bitte nimm deine Liebe nicht von mir.

Michael Becker

 Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: Michael Tillmann

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