Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Krippe & Kreuz


Bild: Detail aus dem Vierzehn-Heilige-Fenster (1950); Winfried Warmke Foto: F.-Ulrich Börner

Krippe und Kreuz - ein Stimmungskiller?

„Wer die Bedeutung von Weihnachten begreifen will, muss zuerst Ostern verstehen: Gott reicht uns die Hand.“ Ein Satz, den ich vor längerer Zeit gelesen habe. Und den ich um einen weiteren Satz ergänzen möchte: Wer Ostern verstehen will, kann die Augen nicht vor dem Karfreitag verschließen.

Weihnachten und Karfreitag, Krippe und Kreuz – ist diese Kombination von Leben und Tod nicht ein Stimmungskiller? Ich denke, nein. Natürlich: die himmelhoch jauchzende Freude des Weihnachtsfestes – ein Kind wird geboren, neues Leben, Gott wird Mensch – wird durch den Blick auf das Kreuz „geerdet“, doch nur so kann diese Freude auch ein Fundament bekommen, damit sie über den Festtag hinaus trägt.

Gott wird Mensch: ohne Zweifel schon ein riesengroßes Geschenk an den Menschen, doch Gott bleibt dabei nicht stehen, geht weiter, in seiner Menschwerdung stirbt er auch den Tod eines Menschen, um durch seine Auferstehung allen Menschen Anteil am göttlichen, am ewigen Leben zu schenken. Mit der Menschwerdung beginnt das irdische Leben Gottes und zugleich das himmlische Leben des Menschen – durch die Auferstehung und nicht ohne Kreuz. Gott reicht uns die Hand, indem er sich in die Hände der Menschen begibt. In die liebenden Hände seiner Mutter, aber auch in die brutalen Hände seiner Mörder. So vollendet sich seine Liebe. Und deshalb ist der weihnachtliche Blick auf Kreuz und Auferstehung kein Stimmungskiller, sondern ein Freude-Verstärker.

Quelle: Bermoser + Höller Verlag AG
Text: M. Tillmann;
Bild: Detail aus dem Vierzehn-Heilige-Fenster (1950);
Winfried Warmke
Foto: F.-Ulrich Börner

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