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Bauberatungen 2017/2018
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Foto: Hans Brunner


Die Erfahrung der Einsamkeit


In einer Erzählung fragt ein Besucher einen Einsiedler nach seinen Erfahrungen. Der Mönch führt ihn zu einem Brunnen. Er nimmt einen Stein, wirft ihn in das Wasser und sagt zu dem Fremden: „Schau in den Brunnen, was siehst du?“ – „Nichts“, antwortet er, „nur Wasser, das sich bewegt und leichte Wellen schlägt.“ Der Mönch wartet eine Zeit und bittet dann den Fremden, nochmals in den Brunnen zu blicken.„Was siehst du jetzt?“ – „Jetzt sehe ich mich selbst. Ich spiegele mich im ruhigen Wasser. Ganz deutlich kann ich mein Gesicht erkennen.“ – „Siehst du“, antwortet der Mönch, „das ist die Erfahrung der Einsiedelei.“


Ausgelegt!

Bibelwort: Markus 6,30-34 (Evangelium vom 16. Sonntag im Jahreskreis)


Menschen wie Schafe ohne Hirten, das kann nicht lange gut gehen. Und wer sich ein wenig in Innenstädten oder auf großen Bahnhöfen auskennt, kann solche Menschen auch sehen.

Menschen, die aus der Welt gefallen scheinen, die auf anderen herumhacken, weil sie unzufrieden sind mit sich selbst, die verstört gleichsam im Kreis gehen, weil sie kein Ziel haben.

Sie alle können wenig für sich, dafür brauchen sie etwas, nämlich: ein Maß oder eine Richtung. Wo sind Maß und Richtung hin?

Sie sind verschüttet unter einer Vielzahl von Angeboten. Viele leiden an einem Zuviel an Möglichkeiten. Die erreichen wir natürlich nicht alle. Aber manchmal sind ja junge Menschen in unserer Nähe. Denen sollten wir sagen, was auch Jesus seinen Jüngern rät und sagt: Kommt etwas zur Ruhe. Lasst euch nicht verführen von den unzähligen Möglichkeiten.

Niemand kann das alles ergreifen oder gar leben. Beschränkung wäre das Zauberwort; also ruhen und darüber nachdenken, was mir wichtig ist – und was ich andererseits vernachlässigen kann. Menge macht unruhig; Ruhe macht gewiss. Und wer dann noch ein wenig mehr Zeit in der Ruhe findet, wagt, wie Jesus, vielleicht ein kleines Gebet an Gott: Komm zu mir in der Stille, großer Gott; und mache mich gewiss.

Hilf mir, nicht alles zu wollen. Schenke mir das Glück der Beschränkung.

 

Michael Becker

 

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG;

2. Bild links: Bild: Doris und Michael Will In: pfarrbriefservice.de




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