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Ulrich Lose

 Kultkritik


Die Geldwechsler und Tierhändler im Vorhof des Tempels waren nicht nur Geschäftemacher, sondern wichtig für die Ausübung des Tempelkultes. Die Geldwechsel wechselten heidnische Münzen in Geldstücke, mit denen die Tempelsteuer bezahlt werden konnte. Die Tierhändler versorgten die – zum Teil – von weit her kommenden Pilger mit den Tieren für die Opfer. Jesus wendete sich nicht nur gegen den Kommerz, sondern gegen den am Tempel üblichen Kult; mit der Vertreibung der Geldwechsler und Händler stellt er ihn geradezu infrage. Weil der Kult es verhindert, dass der Tempel ein Bethaus ist. Weil der Kult die Menschen an der schlichtenBegegnung mit Gott im Gebet hindern kann. Für die unmittelbare Gottesbegegnung braucht der Einzelne nicht zwingend einen Kult – der hilfreich sein kann und seine Berechtigung hat, sofern er nicht zum Selbstzweck wird – wichtig ist die Bereitschaft, Zeit zu haben und ruhig zu werden.

 

Ausgelegt!

Bibelwort: Johannes 2,13-25 (zum Evangelium des 3. Fastensonntages)


Jesus wird ständig missverstanden, erzählt uns der Evangelist Johannes. Immerzu fühlen, denken und reden die Menschen an Jesus vorbei. Gerade hatte sich Jesus als der gezeigt, der Menschen fröhlich machen und Wasser in Wein verwandeln kann. Die leisen Untertöne bei diesem Wunder wurden vor Ausgelassenheit überhört. Dafür kommt es jetzt mit aller Wucht. Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel. Und als sie Jesus fragen, in welcher Vollmacht er das tut, spricht er ein Bildwort und wird nicht verstanden. Es ist ein Jammer um Jesus und die Menschen. Auch um uns. Ist er denn nun sanft oder gewaltig oder zornig oder was?

Je nachdem. Je nachdem, wie wir ihm begegnen. Ob wir etwas Bestimmtes erwarten oder wie eine leere Hülse auf ihn zukommen. Erwartungen erfüllt er meist nicht. Unsere Leere aber füllt er. Nur zu gerne. Wer ihn bittet, bekommt. Nicht immer das, um was er bittet. Aber Frieden bekommt er. Wer vor ihm die Knie beugt, wird von ihm aufgehoben. Mit aller Macht. Und hört Worte wie: Du wirst Leben in Fülle haben. Eben weil du leer bist. Und dich dem Gottessohn nicht auf Augenhöhe näherst. Die gibt es nicht. Vor Gott sind wir Bedürftige. Und keine Händler in eigener Sache. Krämerseelen vertreibt der Herr. Bedürftige umarmt und herzt er. Bis sie Leben in Fülle haben.

 

Michael Becker

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG;

2. Bild links: Bild: Doris und Michael Will In: Pfarrbriefservice.de

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