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Zwei entgegengesetzte Gesellschaftsmodelle begegnen im Evangelium. Da ist das Modell der Jünger. Sie sprechen darüber, wer von ihnen der Größte sei. Dieses Gesellschaftsmodell ist vertraut. Es gibt Große und Kleine, Mächtige und Ohnmächtige. Wir kennen das aus der Arbeitswelt oder vom Sport (wo der Zweite oft der erste Verlierer ist). Jesus konfrontiert die Jünger mit einem anderen Gesellschaftsmodell. Der Erste soll der Letzte sein, der Diener aller. Im Mittelpunkt steht nicht der Superstar, nicht die Schönste, nicht der Klügste, sondern ein Kind. Diese zwei Gesellschaftsmodelle passen nicht zusammen. Für welches würden Sie sich entscheiden? Ich glaube, die meisten von uns sehnen sich nach Jesu Gesellschaftsmodell ohne Oben und Unten, ohne ständig vermessen zu werden, ohne Hackordnung und ständiges Bemühen um den eigenen Platz.

Grafik: Karl Knospe



Ausgelegt!

Bibelwort: Markus 9,30-37 (Evangelium vom 25. Sonntag im Jahreskreis)


Hier sind Verse zusammengebunden, die nicht zusammengehören. Zwischen den beiden Geschehen könnten Wochen, ja Monate liegen. Einmal kündigt Jesus geheimnisvoll, wie immer bei Markus, sein Leiden und Sterben an. Das Geheimnisvolle verstehen die Jünger nicht, aber das ist auch kein Wunder. Etwas anderes aber verstehen die Jünger prächtig, und nicht zum ersten Mal, nämlich: wer der „Größte“ unter ihnen ist. In dieser Menschenfrage sind uns die Jünger so nah wie sonst kaum. Irgendetwas, so der tiefe Sinn dieses Rangstreits, muss man doch davon haben, sich für dieses oder jenes einzusetzen, Haus und Boot zu verlassen und mit diesem Mann umherzuziehen.

Die Antwort Jesu ist so klar wie ärgerlich: Nichts hast du davon – außer: dass du es getan hast. Dienen dürfen ist schon der Lohn. Bleib ruhig Letzter und warte alles andere ab. Oder: Bleib das Kind, das du immer warst, bist und sein wirst. Denn Kinder sind Jesus selbst. Weil der auch glaubt wie ein Kind. Mit leeren, offenen Armen, die Gott füllt. Da, auf einmal, passen die beiden Textstücke dann doch zusammen; in der Hochachtung des Kindlichen, Bedürftigen – in diesem vollkommenen Vertrauen, dass Gott es gut meinen wird. So lebt Jesus, so sollen die Jünger leben: tapfer und fröhlich dienen und alles andere dem Vater im Himmel überlassen. Möge Gott uns das möglich machen.


Michael Becker

 

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG;




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