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Grafik: H. Krist


Eine Zumutung. Wer Jesus nachfolgen will, soll seine Angehörigen und sich selbst hassen, mit Leid rechnen, sich von allem Eigenen lossagen. Was ist das für ein Jesus? Seien wir ehrlich: Der Jesus, der hier redet, gefällt uns nicht. Doch wir können ihn nicht nach unserem Geschmack zurechtstutzen. Es gilt das Motto: Wenn schon, denn schon. Also: Nachfolge duldet keine Halbheiten, sondern bedeutet Eindeutigkeit, Entschiedenheit, Trennungen, Verzichte … Wie Franziskus es vorlebte. Der Überlieferung nach soll er sich 1207 vor den Augen seines Vaters und einer großen Menge Zuschauer aller seiner Kleider entledigt und dem Erbe seines Vaters entsagt haben: „Weder Geld noch Kleider will ich von dir, von jetzt an nenne ich nur noch einen Vater, den im Himmel!“ Eine Zumutung.

  


Ausgelegt!

Bibelwort: Lukas 14,25-33 (zum Evangelium vom 23. Sonntag im Jahreskreis)


Jesus denkt nicht gering von uns. Aber wir sollten es tun. Es ist eben nicht mein Haus, mein Auto, mein Verdienst. Es ist Geschenk. Alles. Und dass wir in der Lage sind, dies alles zu haben oder nicht zu haben, ist auch Teil der Gnade. Vor Gott gilt nicht unsere gefühlte Augenhöhe, sondern unser Abstand. Der heißt Gnade. Schon wieder Gnade. Alles ist Gnade. Wer das einmal für sich erkannt hat, lebt anders. Von sich geringer denkend. Oder, anders gesagt: weniger groß. Mit jeder Selbsteinbildung verliert unser Salz an Kraft. Mit jedem Größenwahn richtet ein Mensch seine Welt zugrunde. Und sich selbst gleich mit. Wer Gott denkt und glaubt, kann sein Ich nicht mehr so groß schreiben. Das wusste der Pfarrer und Liederdichter Paul Gerhardt (1607–1676). Und dichtet: „Was sind wir doch? Was haben wir auf dieser ganzen Erd‘, das uns, o Vater, nicht von dir allein gegeben wird?“ Das ist Haltung vor Gott.  

Hochmut ist eine Selbstverfluchung des Menschen. Eine Weile mag Hochmut guttun, das könnte sein. Wenn diese kleine Weile aber vorüber ist, beginnt der Wahn. Er heißt: Ich gestalte meine Welt. Tue ich eben nicht. Ich bin seine Gnade. Mehr nicht. Aber erst recht nicht weniger. Ich bin und bleibe ein Kind seiner Gnade. Was könnte ich noch mehr wollen?

 

Michael Becker

 

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG

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