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Selig, ihr Armen! - Weh euch, ihr Reichen! -

Ist Religion nicht doch nur "Opium fürs Volk"?


Klemens Köchling

Der Evangelist Lukas er-gänzt die Seligpreisungen durch die Weherufe an die Reichen und Satten. Jesus ist kein Schwärmer und Träumer. Sein Auftreten in Wort und Tat provoziert im-mer wieder seine Gegner. Wo er Heilung stiftet, stößt er auf den Widerstand der Dämonen. Wo er Sündern eine neue Chance gibt, pro-testieren die Überfrommen. Wer Jesus heute nachfolgt, muss ebenfalls auf Gegen-wind gefasst sein. Denn wer das Gute will, darf der Be-gegnung mit dem Bösen nicht ausweichen. Vielleicht ist dies sogar ein untrügli-ches Echtheitsmerkmal für religiöses Leben: dass es sich nicht reduzieren lässt auf eine Art geistlicher Well-ness oder individueller See-lenmassage nach momen-tanem Bedarf, sondern eine klare Botschaft hat, auch unbequeme Forderungen stellt und der Konfrontation nicht ausweicht.

 

Ausgelegt!

Bibelwort: Lukas 6,17.20-26 (zum Evangelium vom 6. Sonntag im Jahreskreis)


Jesus stellt die Welt auf den Kopf. Was er bei Matthäus als „Bergpredigt“ tut, heißt bei Lukas „Feldrede“. Wir wissen nicht, warum sich die Evangelisten in den Bezeichnungen unterscheiden. Aber wir wissen und hören, dass Jesus die Welt auf den Kopf stellt. Er preist die, die sonst niemand preist. Und warnt die, die kaum wissen, was eine Warnung ist, weil sie sich sonst immer selbst genügen. Das alles tut Jesus in einer Weise, die keinen Zweifel aufkommen lässt; er tut es in Vollmacht. Jesus zögert nicht, er öffnet sich und den Hörern sprachlich keine Hintertür – Jesus stellt fest: Selig sind die einen; wehe den anderen. Hier gilt nur eins: Wo stelle ich mich hin?

Das darf ich entscheiden. Werde ich hier seliggepriesen oder höre ich das Wehe? Vermutlich wissen die meisten von uns, was sie möchten, und wissen nicht, ob sie das dürfen, ob es in Jesu Sinn wäre. Auf jeden Fall ist es in Jesu Sinn, dass wir zögern. In solch einer großen Frage zu zögern, ist keine Schande. Und hoffen doch, dass wir zu denen gehören, die seliggepriesen werden. Dazu gehört vor allem eins: dass wir uns zum Herrn bekennen mit allem, was wir sind und haben. Und dass wir denen unsere Hand reichen, die aufgehoben werden müssen, weil sie alleine nicht mehr auf die Beine kommen. Selig sind die, die den Namen des Herrn bekennen mit Herzen, Mund und Händen.


Michael Becker

 

Quelle: Bermoser + Höller Verlag AG

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In: Pfarrbriefservice.de



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