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seit dem 1. Juli 2019

 Öffnungszeiten
des Nordhäuser Doms

 Orgelkonzert im Dom

11. August 2019, 17.00 Uhr


 


 

 

 

Diego Veláquez (1599-1660), Küchenszene mit Christus in dem Haus von Martha und Maria, um 1618


Eine junge Frau, die sich in der Küche um das Wohl anderer müht, wird von einer älteren Frau auf die Erzählung von Jesus im Hause von Maria und Marta hingewiesen. Das kann zynisch sein. Das kann irreführend sein, wenn hier die beiden Frauen und ihre Verhaltensweisen gegeneinander ausgespielt würden. Das kann aber auch der ehrlich gemeinte Ratschlag eines erfahrenen Lebens sein: Achte auf beides in deinem Leben. Gib neben dem Tun auch dem Hören seinen Platz. Und das gilt ganz bestimmt nicht nur für Frauen.

  

Ausgelegt!

Bibelwort: Lukas 10,38-42 (zum Evangelium vom 16. Sonntag im Jahreskreis)


„Hören geht vor Tun“, ist eine eher banale Erkenntnis. „Hören des Wortes Gottes geht vor dem Tun der Nächstenliebe“, ist die etwas feinere Erkenntnis, die Jesus hier darbietet. Ich glaube nicht, dass Jesus hier die zwei Frauen Maria und Marta gegeneinander ausspielt. Wir sollten es auch nicht tun. Frauen spielen hier die Rolle, die Männer in anderen Jesusworten spielen, mal Petrus, mal Jünger, mal Pharisäer. Jesus nimmt eine Situation und erzählt sie in seinem Sinne fort. Jesu Gedanken hätten auch zwei Männer auf der Straße treffen können.

Der Inhalt ist bedeutend, nicht die Personen. Da bemerken wir, dass immer mehr wie auf Gleisen oder in groben Schubladen gedacht und gehandelt wird, auch in Kirchengemeinden. Was war, soll auf jeden Fall bleiben; was gut ist, muss unbedingt bleiben; was neu ist, soll möglichst lange fernbleiben. So geht Zukunft aber nicht, wenn man Gott und seine Worte ernst nimmt. Zukunft kommt aus Hören; auch aus dem Hören, das schmerzt, weil es uns schüttelt. Heute hören wir überall, dass die Gestalt der Kirche in der Welt anders werden muss. Das kann nur leugnen, wer nicht hören und sehen will. Hören heißt auch: Bedenken, was ganz anders ist als das Vertraute. Lasst es im Namen Gottes zu; vielleicht bringt es das Heil.


Michael Becker

 

Quelle: Bermoser + Höller Verlag AG


Quelle: Pfarrbriefservice.de

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