Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Grafik: Malte Hagen Olbertz



Grafik: Dieter Groß

Auch Worte können Steine sein.
Wie oft
verurteile ich?
Wie oft
ergötze ich mich an meiner
Selbstgerechtigkeit?




Bibelwort: Johannes 8,1-11 (Evangelium vom 5. Fastensonntag)

AUSGELEGT!

Am frühen Morgen begab sich Jesus wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es.
Jesus war ein Lehrer. Einer, der Menschen hilft, das Leben auch mit all seinen Widersprüchen zu verstehen, Orientierung und Klarheit zu finden, Heiliges darin zu entdecken und entsprechende Schritte zu setzen. Jesus begab sich „wieder“ in den Tempel. Jesus ist in der Tradition seiner Religion aufgewachsen. Er sucht diesen besonderen Ort des Gebets und der Gottesverehrung auf und richtet sich selbst immer wieder auf die Mitte hin aus. Er ist selbst ein Gottsucher. „Alles Volk“ kam zu ihm. „Alles Volk“ war eine gefühlte sehr große Zahl von Menschen. Jesus muss also schon bekannt gewesen sein, und man kam an diesem frühen Morgen zu ihm, weil man etwas von ihm erwartete. Der Weg in den Tempel, hin zum Heiligen, und die Begegnung mit Jesus waren anscheinend keine Widersprüche. Er setzte sich und „lehrte“ das Volk. Vermutlich hat er gesprochen, gepredigt, erläutert, wie es eben für einen Rabbi in seiner Tradition üblich war, und man hat ihm zugehört.
Was danach kam, die Nicht-Verurteilung einer sündigen Frau, hat wohl niemand erwartet. Jesu Lehre, seine Botschaft und auch sein Verhalten sorgen manchmal für Überraschungen. Auch das ist unser Gott: anders als erwartet, nicht festlegbar, hin und wieder sogar irritierend.

Christine Rod MC

Quelle: Bermoser + Höller Verlag AG
Bild 1: Grafik: Malte Hagen Olbertz
Bild 2: Grafik: Dieter Groß
Bild im Header:
siehe Seite "Liturgie"

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