Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 

 

Foto: Michael Tillmann

Mit einem Mühlstein um den Hals versenkt werden… sich selbst verstümmeln – will Jesus Angst machen, uns den Glauben vergällen?

Nein, ihm geht es um die Glaubwürdigkeit der Nachfolge.

Der Glaube muss Hand und Fuß haben, denn er ist der Ernstfall des Lebens.

Bibelwort: Markus 9,38-43.45.47-48 (Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis)

AUSGELEGT!

Ist das noch der liebe Herr Jesus, der hier spricht? Und den wir brauchen und lieben?
Nein, das ist er nicht. Hier spricht der Herr, der eine „klare Kante“ verlangt. Der das „Sowohl als auch“ verurteilt und lieber Versehrte ins Reich Gottes bittet als Unversehrte, die sich in ihrem Leben durchgewurschtelt haben.
Dabei müssen wir uns jetzt nicht fürchten, dass Jesus zu denen gehört, die uns um unserer Eindeutigkeit wegen verstümmeln werden. Jesus gebraucht Bilder, die aufwecken oder, wenn nötig, auch aufschrecken sollen. Es gibt Momente, die verlangen meine Eindeutigkeit. Und in diesen Momenten sollte ich nicht den Mittelweg wählen – er bringt mir Unheil.
Das Bekenntnis zum Herrn Jesus ist oft kein Zuckerschlecken. Wer für einen anderen Menschen eintritt, tue das mit ganzer Kraft. Nicht immer laut, aber immer entschieden. Andere Menschen sind Menschen, auch wenn mir überhaupt nicht passt, was sie reden und tun. Vielleicht muss man ihnen nachstellen – aber ihre Würde verlieren sie auf keinen Fall, auch nicht nach Jahrzehnten im Gefängnis.
Die Würde eines Menschen, um mal ein Beispiel zu nennen, ist im Geiste des Herrn nicht verhandelbar. Das Verführen eines Kleinen auch nicht. Wir sollten uns hüten, Jesu Worte auf die leichte Schulter zu nehmen. Er weiß von etwas, was er „Hölle“ nennt.
Möge uns Gott davor bewahren.

Michael Becker

 

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
GFoto: Michael Tillmann
Bild im Header: © Herrad von Landsberg / cc0 – gemeinfrei / Quelle: commons.wikimedia.org



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