Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz
Nordhausen

Liturgie - Der Zweite Blick

 


Foto: Peter Kane

Jesus geht ein in Gottes Reich. Er geht uns voran dorthin, wo keine Angst und Sorge mehr Macht über uns Menschen haben wird und wo alles ein anderes Maß hat. Dort wird Gott die Traurigen zum Lachen bringen, den Armen alles schenken, und er wird unseren Hunger, unsere Sehnsucht für immer stillen. Jesu Himmelfahrt zeigt uns das Ziel, das Happy End, damit wir gelassen und froh – mit Vorfreude – hier und jetzt leben. Damit wir aus dieser Freude heraus das Reich Gottes in alle Welt bringen, von Jesus erzählen, der auf jede und jeden wartet, ihn zu erlösen.







Christus entschwand den Augen, dass wir ins eigene Herz einkehrten und ihn dort fänden.
                                                                                                                                                       Augustinus



Bibelwort: Matthäus 28,16-20 (Evangelium vom Hochfest Christi Himmelfahrt)

AUSGELEGT!

„Matthäi am Letzten“ – diese deutsche Redewendung ist für den Schluss des Matthäusevangeliums denkbar ungeeignet, obwohl sie genau im letzten Vers des 28. Kapitels ihren Ursprung hat. „Matthäi am Letzten“, das bedeutet: jemand ist pleite, am Ende seiner Kräfte, seiner Weisheit oder Geduld, oder zusammengefasst: es gibt keine Hoffnung mehr. So Wikipedia. Ist denn die Himmelfahrt Christi die Bankrotterklärung des noch so jungen Glaubens? Die folgenden 2.000 Jahre sprechen – trotz aller Verirrungen und Tiefen – eine andere Sprache. Selbst heute, wo nicht wenige für die Kirche in Deutschland und Westeuropa das Sterbeglöckchen läuten möchten, finde ich in sehr vielen Gemeinden und bei ungezählten Christen Kraft, Lust auf die Zukunft, einen Reichtum an Glauben, Hoffnung und Liebe. Nicht alleine aus eigener Kraft, sondern weil Jesus sein Versprechen hält, das er im letzten Satz des Matthäusevangeliums gibt: „Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ Matthäi am Letzten: das ist nicht das Ende, sondern ein Versprechen Gottes – auf Zukunft angelegt. Besonders wenn Christen Jesu vorletzte Worte ernst nehmen: Den Glauben nicht im eigenen Kämmerlein zu pflegen, sondern in die Welt hinauszutragen.

Michael Tillmann



Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: Peter Kane
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