Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Da staune ich aber...


Protest in der Urgemeinde

„Ein Herz und eine Seele“ – so beschreibt der Evangelist Lukas in der Apostelgeschichte die Urgemeinde in Jerusalem. „Ein Herz und eine Seele“ – das war mehr als Harmonie, das reichte deutlich tiefer. Zum Beispiel in den Bereich der materiellen Versorgung. Da heißt es wieder in der Apostelgeschichte: „Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.“ (Apostelgeschichte 4,32) Alles eitel Sonnenschein – kein Grund für Protest und Widerworte?

Was Lukas in seiner Apostel-geschichte über die christliche Urgemeinde schreibt, ist wahrscheinlich mehr Ideal als Realität. Das zeigt sich zum Beispiel in den Briefen des Apostels Paulus, aber auch in der Apostelgeschichte selbst. Zum Beispiel im Kapitel 6, das von einem Konflikt zwischen den aramäisch sprechenden Christen (hier bezeichnet als Hebräer) und den griechisch sprechenden Christen (bezeichnet als Hellenisten) berichtet. Die Urgemeinde versorgt die Witwen in ihren Reihen, die sich nicht selbst versorgen können. Nun protestieren die Hellenisten, dass ihre Witwen bei der Versorgung übergangen würden. Ein eher alltäglicher Konflikt. Richtungsweisend für die Entwicklung der Kirche wird die Lösung der Apostel. Sie können sich selbst nicht um die Verteilung der Hilfen kümmern, ohne ihre Aufgabe der Verkündigung zu vernachlässigen. Deshalb bestimmen sie, dass die Gemeinde aus ihrer Mitte sieben Männer wählt, die mit dieser Aufgabe betraut werden. Die Gemeinde stimmt zu und wählt sieben Diakone – darunter den Stephanus, der später zum ersten Märtyrer der Kirche wird – und der Konflikt ist gelöst.


Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: Franz-Josef Rupprecht/kathbild.at

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