Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Da staune ich aber...

Hauskirchen und Hausgemeinden 

Das Christentum hat in Hauskirchen (ecclesia domestica) begonnen, da es in den ersten Jahrhunderten – der Zeit der Verfolgung – noch keine Kirchengebäude geben konnte. Diese These ist in der Wissenschaft nicht mehr unumstritten (siehe zum Beispiel die Ausführungen von Stefan Heid), unstrittig ist jedoch, dass das Gemeindeleben der frühen Christen sich im privaten Umfeld und in den Häusern bzw. Wohnungen der Christen abspielte. Davon berichtet die Apostelgeschichte, und auch manche Paulusbriefe legen diese Vermutung nahe.


Hauskirchen oder Hausgemeinden gibt es unter verschiedenen Gesichtspunkten bis in die Gegenwart. Zum Beispiel in Ländern, in denen das Christentum bis heute verboten ist oder nicht in der Öffentlichkeit präsent sein darf. Zum Beispiel die Hauskirchen in China. Hauskirchen existieren aber auch ohne Verfolgungsdruck als bewusst gewählte Art und Weise, den Glauben in einer engen Verbindung zum Alltag zu leben. Dabei werden die Gottesdienste stärker in den Alltag integriert und eher in Privaträumen gefeiert als in einer Kirche. Ein Beispiel ist die Hauskirchenbewegung.

Und dann hat die Not, keine gemeinsamen Gottesdienste feiern zu können, in den letzten Monaten zu einer neuen Entwicklung geführt: Die Familie wurde zur Hauskirche, zum Teil ist sie über die vielfältigen sozialen Medien und technischen Möglichkeiten mit anderen Familien verbunden. So wurde eine Entwicklung angestoßen, und es ist spannend zu verfolgen, welche zusätzlichen neuen Formen von Gemeinde und Gottesdienste im Entstehen sind.

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Foto: picture alliance/Design Pics/Lorna Rande

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