Katholische Pfarrgemeinde  Dom zum Heiligen Kreuz

Nordhausen

Da staune ich aber...

Protest gegen den Bruch der Sabbatruhe

Bartolomé Murillo (1617–1682), Christus heilt den Gelähmten am Teich von Bethesda, 1667-70

Die Einhaltung der Sabbatruhe ist vielen Menschen jüdischen Glaubens bis heute sehr wichtig; in der Regel wichtiger als Christen die Einhaltung der Sonntagsruhe. Die Sabbatruhe ist eines der Zehn Gebote, und um das Wort Gottes nicht zu brechen, wurden im Laufe der Geschichte eine Vielzahl von Bestimmungen getroffen, was am Sabbat erlaubt ist und was nicht. Das war auch zur Zeit Jesu so, in der zum Beispiel die Ernte, der Handel, der Transport von Lasten verboten, die Rettung aus Lebensgefahr jedoch erlaubt war. Grundsätzlich ehrte Jesus natürlich den Sabbat, ging an ihm zum Beispiel in die Synagoge. Zugleich aber überliefern die Evangelien Taten von ihm am Sabbat, die den Protest seiner Zeitgenossen, insbesondere der Pharisäer und Schriftgelehrten, hervorriefen. Jesus heilte am Sabbat einen Gelähmten, eine von einem unreinen Geist besessene Frau oder auch einen Blinden. Den Gelähmten heilte er nur durch ein Wort, sodass kein Gesetz gebrochen wurde, der Frau jedoch legte er die Hände auf und für den Blinden rührte er sogar einen Teig an. Alle Kranken waren nicht in Lebensgefahr, und deshalb protestierten die Pharisäer. Jesus machte in seiner Erwiderung des Widerspruchs zwei Dinge klar. Einmal ist er als Sohn Gottes, als Messias, auch Herr über den Sabbat. Die zweite Begründung ist bekannter: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Jesus hob damit das Sabbatgebot nicht auf, relativierte es jedoch um des Lebens der Menschen willen. Ein gutes Argument, abseits von solchen Notlagen den Sabbat bzw. den Sonntag einzuhalten:
Weil ein Tag ohne Arbeit für den Menschen und sein Leben gut ist.

Quelle: Bergmoser + Höller Verlag AG
Bild:
Bartolomé Murillo (1617–1682), Christus heilt den Gelähmten am Teich von Bethesda, 1667-70

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